Wirtschaftliche Güllevergärung

Wie können Güllelager kostengünstig zu klimafreundlichen Kleinbiogasanlagen umgewandelt werden? Dieser Frage geht das Verbundprojekt «SchouTech» der Universität Hohenheim (D) nach.

24.02.2026

Hofdünger wie Gülle oder Mist haben ein grosses Potenzial, um erneuerbare Energie aus organischen Reststoffen herzustellen. Gleichzeitig lassen sich durch die Vergärung von Gülle und Mist in Biogasanlagen Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft deutlich senken. Insbesondere Methan, das aus tierischen Exkrementen freigesetzt wird, weist ein hohes Treibhauspotenzial auf.
Doch viele Betriebe scheuen bislang den Bau von Biogasanlagen. Hohe Investitionskosten binden viel Kapital und machen die Biogasproduktion in kleinen Anlagen mit weniger als 100 kW elektrischer Leistung häufig unwirtschaftlich. Hinzu kommen hohe Anforderungen bei der Genehmigung und erhebliche Emissionen, die beim Neubau konventioneller Beton-Fermenter entstehen.
Im Forschungsprojekt «SchouTech» sollen Hofdünger auch auf kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betrieben rentabel nutzbar werden. Ziel ist es, ein innovatives Nachrüst-Kit zu entwickeln, mit dem bestehende Güllelager kostengünstig in Speicher-Durchfluss-Biogasanlagen umgewandelt werden können – ohne von Einspeisevergütungen abhängig zu sein und mit drastisch gesenkten Investitionskosten.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Nutzung von Schweinegülle. Aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Energiedichte blieb sie bisher bei der Biogasproduktion oft unberücksichtigt. Durch ein modular aufgebautes, einfach zu installierendes System soll die Vergärung von Schweinegülle bereits ab etwa 75 Grossvieheinheiten wirtschaftlich realisierbar werden. Mit Wärmedämmung, Leckage-Erkennung, reissfester Gärbehälterfolie sowie gasdichter Gasspeicher-Membran soll das «SchouTech»-System bestehende Güllebehälter mit wenigen Komponenten in vollwertige Biogasanlagen verwandeln.
Im Rahmen des Projekts wird ein Güllelagerbehälter auf einem landwirtschaftlichen Betrieb zu einer Biogasanlage umgerüstet und wissenschaftlich begleitet. Gegenüber herkömmlichen Anlagen sollen die Baukosten um rund 60%, der Betonbedarf um etwa 85% reduziert und die Bauzeit auf weniger als vier Wochen verkürzt werden. Der einfache Aufbau, die Automatisierung sowie die Wartungsfreundlichkeit ermöglichen eine breite Übertragbarkeit des Systems. eng