Silohöck mit vielen Informationen

Am gut besuchten Silohöck der schweizerischen Vereinigung für Silowirtschaft auf dem Areal der Swiss Future Farm in Tänikon (TG) standen mit Siloqualität, Schleppschlauchverfahren, Milchharnstoffe, Abdeckungen und Nacherwärmungen aktuelle Themen auf dem Programm.

29.08.2023

Das Abdecken von Fahrsilos beansprucht viel Zeit. Die Fahrsilozukunft mit Sitz in Romanshorn hat ein mechanisches Verfahren entwickelt, um Fahrsilos mit Einsatz einer ausgeklügelten Technik und System einfach und zügig abzudecken oder zu decken. «Bei diesem neuen Abdecksystem für Fahrsilos erfolgt das Öffnen und Schliessen maschinell. Jegliche Muskelkraft für das Herumbefördern von Sandsäcken wird überflüssig», sagte Verkaufsleiter Guido Hegg. Gerade bei einem mehrmaligen Befüllen kann diese Technologie hilfreich sein.
Mit der Einführung des Schleppschlauches standen sofort auch die Fragen rund um die Futterqualität im Raum. Dieser Fragestellung hat sich der Arenenberg bereits vor Jahren angenommen und in umfassenden Versuchen mögliche Folgen untersucht. Daniel Nyfeler präsentierte nun die Resultate, die grundsätzlich keine negativen Einflüsse auf die Futterqualität im Silo zeigten. Im Fazit verwies Nyfeler auf einfache Tipps, die beim Einsatz von Schleppschläuchen zu beachten sind. Der korrekte Einsatz von Schleppschläuchen  gewährleistet mindestens die gleich gute Futterqualität wie bei der Breitverteilung.  Nach dem Schnittzeitpunkt sollte mit dem Ausbringen nicht zu lange gewartet werden und es ist eine tiefe Ablage von bis maximal 5 cm anzustreben.
Vermehrt sorgen die Milchharnstoffwerte für Diskussionen, weil Fachleute auch bezüglich der Tiergesundheit vor zu hohen Werten warnen. In Tänikon wurde die Harnstoffzugabe im Mischwagen abgesetzt und das Eiweisskonzentrat wird mit einen höheren Maiskleberanteil verfüttert. Dazu kommen eine nährstoffreiche Grassilage, eine Wasserbeigabe im Futtermischwagen und neu eingeführte Zuckerrübenschnitzelration.
Ein jährlich wiederkehrendes Problem ergibt sich immer wieder mit Nacherwärmungen der Silage in Hochsilos. Um diese zu bekämpfen, können Siliermittel eingesetzt werden. Der Geschäftsführer der Silovereinigung, René Bünter, verwies darauf, dass bei guten Silierbedingungen und richtig eingesetzter Technik in der Regel keine Siliermittel zur Verbesserung der Gärqualität nötig sind. Anderseits machte er deutlich, dass die beim Einsatz nur dann erfolgsversprechend sind, wenn im Anwendungsbereich das richtige Siliermittel in der empfohlenen Menge gleichmässig im Siliergut eingesetzt wird. Zugleich präsentierte Bünter Unterlagen, die einerseits als Schlüssel zur Beurteilung der Maissilagequalität eingesetzt werden kann. Anderseits hat die Silo-Vereinigung in enger Zusammenarbeit mit der Agridea und der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für landwirtschaftliches Bauen und Hoftechnik einen Leitfaden für das Erstellen von Gärfuttersilos und Berechnung des benötigten Volumens erarbeitet.
RoMü