Sehen und gesehen werden?

Der «Tag des Lichts» vom 5. November 2026 ist eine nationale Präventionskampagne, die sensibilisieren soll, dass in der dunklen Jahreszeit das Unfallrisiko auf der Strasse höher ist.

26.10.2026

Bis zur Wintersonnwende Ende Dezember werden die Tage immer kürzer. Viele Menschen sind jetzt oft bei Dämmerung oder im Dunkeln unterwegs: ob auf dem Weg zur Arbeit und Schule, zum Einkaufen oder auf einer Sportrunde. Laut der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) ist in der Dunkelheit das Unfallrisiko zu Fuss doppelt so hoch wie am Tag, auf dem Velo und E-Bike 1,5-mal so hoch. Bei Nebel, Regen oder Schneefall besteht auch tagsüber ein erhöhtes Risiko. Verkehrsteilnehmende, die zudem dunkel gekleidet sind, werden noch leichter übersehen. Erst aus 25 m Entfernung erkennt man sie. Mit heller Kleidung steigt die Sichtbarkeit auf 40 m, mit reflektierenden Elementen sogar auf 140 Meter.
Für Velos und E-Bikes ist folgende Ausrüstung obligatorisch: weisse Reflektoren vorne, rote Reflektoren hinten, orange Rückstrahler an den Pedalen sowie zwei kräftige Bremsen und intakte Reifen. Ein ruhendes weisses Licht vorne sowie ein ruhendes rotes Rücklicht (zusätzliche blinkende Lichter sind erlaubt) ist für Velos nur bei schlechten Sichtverhältnissen und in der Dämmerung Pflicht, für E-Bikes immer.
Auf dem Weg zum Kindergarten oder zur Schule sind Kinder und Jugendliche besser sichtbar, wenn sie Leuchtwesten und Rucksäcke mit Sichtstreifen tragen. Velohelme mit reflektierenden Elementen und Rücklichtern erhöhen die Sichtbarkeit ebenfalls. Besonders wirkungsvoll sind reflektierende Materialien an sich bewegenden Körperteilen, z. B. an Händen, Füssen und Armen, die von allen Seiten (360° Grad) sichtbar sind. Dasselbe gilt für die Freizeit, wenn Kinder mit dem Trottinett oder Skateboard unterwegs sind.
Unfälle in Zahlen
Laut der Strassenverkehrsunfall-Statistik des Astra haben 2025 in der Schweiz 214 Menschen bei einem Verkehrsunfall ihr Leben verloren und 3935 Menschen wurden schwer verletzt. Damit hat die Zahl der Getöteten im Vorjahresvergleich leicht abgenommen. Stark zugenommen hatte die Zahl der schwer verletzten E-Biker (von 67 im Jahr 2010 auf 595 im Jahr 2023). Aktuell schwankt diese Zahl jedoch auf hohem Niveau (550-600 Personen pro Jahr). Nachdem die Zahl der schwer verletzten Fussgänger über Jahrzehnte rückläufig war, stieg sie zwischen 2021 und 2023 wieder an (476 im Jahr 2023) und ging im Jahr 2025 wieder leicht zurück (435). Agrisano