Rücktritte im Management des GVS
Beim Genossenschaftsverband GVS Schaffhausen treten der Verwaltungsratspräsident und der CEO zurück.
19.03.2026
Beim Genossenschaftsverband GVS Schaffhausen kommt es zu einem Abgang im Top-Management. So treten Verwaltungsratspräsident Cyril Tappolet per sofort (Bild links) und CEO Markus Angst (Bild rechts) per 1. Juli 2026 zurück, wie aus einem Mediencommuniqué des Unternehmens zu erfahren ist. Die angestrebte Transformation des Unternehmens sei nicht gelungen, heisst es, und könne nicht mehr sinnvoll umgesetzt werden. In einem Schreiben des Verwaltungsrats heisst es weiter, «dass die strukturellen Herausforderungen in einzelnen Bereichen massiv grösser sind als ursprünglich angenommen». Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien zunehmend schwieriger geworden. Die ersten Zahlen des Jahresabschlusses 2025 haben wohl die Lage noch etwas verschärft. In diesem Zusammenhang sollen sich Tappolet und Angst dazu entschieden haben, zurückzutreten. Für Tappolet übernimmt VR-Mitglied Roland Ochsner vorübergehend das Zepter. Die Nachfolger für den operativen GVS-Chef Angst wird sein derzeitiger Stellvertreter Sacha Cerini übernehmen.
Bereits 2024 kam es zur Entlassung mehrerer Topkader-Mitglieder bei GVS und es fand ein Umbau der Führungsstruktur statt. Anfang der 1990er stand der schweizerische Agrarhandel generell vor einem Strukturwandel. Mehrere regionale Genossenschaftsverbände beschlossen, ihre Kräfte zu bündeln mit dem Ergebnis, dass 1993/94 die Gründung der Fenaco erfolgte. Der Genossenschaftsverband Schaffhausen entschied sich damals bewusst gegen einen Beitritt zur Fenaco. Man wollte die regionale Eigenständigkeit und die Nähe zur bäuerlichen Basis nördlich des Rheins bewahren. In der Folge wurde insbesondere das Landtechnik-Geschäft erfolgreich ausgebaut. Neben dem Import und Vertrieb von Top-Marken wie «Fendt», «Massey Ferguson», «Valtra», «Krone» oder «Horsch» stieg das Unternehmen mit der Tochterfirma GVS Agrar und der Marke «Agrar» sogar die Fertigung von Landmaschinen (Ladewagen, Güllefässer, Mistzetter und weitere) ein und expandierte mit Vertriebsniederlassungen ins Ausland (Frankreich).
Gemäss den Schaffhauser Nachrichten seien die Landwirte der Region in Sorge, man könnte den wohl wichtigsten Abnehmer ihrer Produkte verlieren. «Wenn wir mit dem GVS einen wichtigen Partner verlieren, besteht die Gefahr, dass wir geografisch isoliert werden», erklärt Christian Müller, Präsident der Schaffhauser Bauern, gegenüber der Zeitung. Der abtretende CEO Markus Angst relativiert jedoch und betont, dass keine Weltuntergangsstimmung herrsche. eng


