Resultate Feldversuch «Spotspraying im Gemüsebau» liegen vor

«Spotspraying im Gemüsebau» – nun liegen die Ergebnisse nach 8 Jahren Forschung vor. Fazit: Präzise Applikationstechnik reduziert den Pflanzenschutzmitteleinsatz, das Abschwemmungspotenzial und Abdriftrisiko massiv. Das muss zu weniger Auflagen führen, fordert der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP).

15.10.2026

Präzise Applikationstechnik reduziert den Pflanzenschutzmitteleinsatz (PSM-Einsatz), das Abschwemmungspotenzial und Abdriftrisiko massiv. Dies sind die Erkenntnisse des 8-jährigen Feldversuchs mit kameragesteuerter Spotspraying-Technik, die den Medien heute Donnerstag, 15. Oktober 2026, auf dem Gemüsebaubetrieb von Thomas Wyssa in Galmiz (FR) präsentiert wurden.

Gestartet wurde das Projekt 2017*. Bis 2021 (Tesphase 1) wurde mit einem Steketee-Prototoyp gehackt und Spotspraying durchgeführt. Von 2021 bis 2023 (Phase 2) wurde mit einem zweiten Prototyp von Steketee nur Spotspraying eingesetzt. Dies zwei Phasen wurden auf das PSM-Einsparpotential, die Wirksamkeit und die Wirtschaftlichkeit untersucht. In der dritten Phase (2023 bis 2026) wurde der Fokus mit einem Ecorobotix «ARA» und dem zweiten Steketee Prototyp auf die Umweltaspekte «Drift» und «Abschwemmung» gelegt. Folgende Resultate von Agroscope liegen nun vor: 

Vielversprechende Feldversuche
Die Feldversuche in ausgewählten Gemüsekulturen zeigten ein hohes Einsparpotenzial. Bei Knollensellerie und Petersilie konnte der behandelte Flächenanteil durch Spotspraying auf 15 bis 20 % reduziert werden. Dadurch liessen sich 80 bis 85 % der Pflanzenschutzmittel einsparen. Mit Band-Applikationen wurden Einsparungen von 58 bis 71 % erreicht.

Die Modellierungen für weitere Gemüsekulturen bestätigten, dass die Einsparungen stark von Kulturart und Entwicklungsstadium abhängen. In frühen Kulturstadien sind hohe Einsparungen möglich: Bei Kopfsalat beispielsweise können kurz nach der Pflanzung über 90 % der Pflanzenschutzmittel eingespart werden. Mit zunehmender Bodenbedeckung nimmt das Einsparpotenzial ab. Bei schnell wachsenden Kulturen wie Kopfsalat sinkt es innerhalb weniger Wochen auf unter 50 %.

Abschwemmungspotenzial deutlich reduziert
Besonders deutlich wirkte sich die Technologie auf das Abschwemmungspotenzial aus. Spotspraying reduzierte das Abschwemmungspotenzial um bis zu 93 %, Band-Applikationen um bis zu 78 %.

Sehr geringe Abdrift
In den Driftversuchen mit dem Steketee-Prototyp II und dem ARA von Ecorobotix wurden ausserordentlich geringe Abdriftwerte gemessen. Die Driftdeposition lag bei beiden Spotspraying-Systemen unter 0,01 % der Aufwandmenge und damit mehr als 99 % unter den Referenzwerten. Mehr zu den Resultaten bei Agrarforschung Schweiz.

VSGP fordert weniger Auflagen
«Die Ergebnisse zeigen, dass Spotspraying in Reihenkulturen nicht nur Pflanzenschutzmittel einsparen kann, sondern auch zur Reduktion von Einträgen in die Umwelt beitragen kann», sagte Matija Nuic (im Bild), Direktor des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten VSGP, vor den Medienleuten. «Wir fordern, dass die deutliche Reduktion der Risiken durch Abdrift und Abschwemmung von den zuständigen Behörden berücksichtig wird», so Nuic. «Die erzielten Verbesserungen müssen sich in den Abstands- und Anwendungsauflagen sowie in der Beurteilung im Rahmen des Gewässerschutzes widerspiegeln. Wo sich das Risiko nachweislich reduziert, sind die entsprechenden Vorgaben anzupassen», so die Forderung des VSGP-Direktors. röt

* Das Projekt wurde unter Koordination der Schweizerischen Zentralstelle für Gemüsebau (SZG) gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus Forschung, Praxis und Wirtschaft durchgeführt und vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziell gefördert.