Reglone-Verbot: Grangenveuve zeigte Alternativen
Das Institut Grangeneuve hat verschiedene Alternativen zum Abbrennmittel Reglone getestet und vorgestellt.
26.07.2022
Seit 1. Juli 2022 ist Reglone zum Abbrennen von Kartoffelstauden in der Schweiz verboten. Grangeneuve, das Landwirtschaftliche Institut des Kantons Freiburg, hat in diesem Jahr verschiedene Alternativen für die Krautvernichtung in Kartoffeln getestet. Die Versuche wurden am 21. Juli im Rahmen einer Präsentation vor rund 100 Landwirten vorgestellt. Geleitet wurde die Veranstaltung von Claudia Degen, wissenschaftliche Mitarbeiterin in Grangeneuve.
Die verschiedenen Versuchsverfahren wurden bei drei Kartoffelsorten durchgeführt, die sich in der Frühreife und Blattstärke unterscheiden: Lady Rosetta (relativ früh), Fontane (mittelreif) und Markies (sehr laubstark). Folgende Krautvernichtungsmethoden wurden verglichen: die holländische Krautzupfmachine Vegniek «DiscMaster» und die elektrische Maschine «Crop.Zone» sowie chemische Varianten mit ein bis drei Applikationen mit chemisch-synthetischen («Spotlight Plus», «Firebird Plus») oder natürlichen Herbiziden («Siplant», hohe Kosten von CHF 250.- pro Hektar).
Kraut zupfen oder elektrische Krautvernichtung
Die Vierreihige Zupfmaschine «DiscMaster» vom Hersteller Vegniek wird seit diesem Jahr von der Saatzucht Düdingen (FR) unter Schweizer Bedingungen getestet. Das 1.8 Tonnen schwere Gerät war an einem Case IH Maxxum 135 angehängt. Die Zupfmaschine wird hydraulisch angetrieben und das 4-reihige Modell braucht ein Load Sensing System. Damit das Kraut sauber gezupft werden kann, muss die Blattmasse bei Saatkartoffeln mit dem Krautschläger reduziert werden. Die Arbeitsgeschwindigkeit in den diesjährigen Bedingungen liegt zwischen 1.5 und 2 km/h, d.h. eine Flächenleistung von 60 bis 80 Aren/h. Mit Einbezug des Preises von CHF 65'000.- belaufen sich die Kosten auf 250 CHF/ha. Diese Maschine funktioniert gut, ist aber für steinige Böden und Hanglagen nicht angepasst.
«Crop.Zone», das elektrische Krautvernichtungsgerät, wurde von einem Claas «Arion 460» angetrieben und wird als Dienstleistung von Agroline und der Landi, die als Partner an diesem Projekt teilnehmen, angeboten. Die Applikation wird mit 4 bis 4.5 km/h durchgeführt, ausser bei der Sorte Markies, wo eine reduzierte Geschwindigkeit nötig wäre. Das Gerät zeigt interessante Ergebnisse, muss aber, um die erwünschte Wirksamkeit zu erreichen, mit einem Herbizid kombiniert werden. Die Auswirkungen auf das Bodenleben werden noch überprüft.
Krautschlegeln 100 CHF/ha
Die Besucher konnten danach eine Vorstellung von zwei Krautschlägern folgen, deren Arbeitsgeschwindigkeit in guten Bedingungen zwischen 6 und 10 km/h beträgt. Steeve Cotting, Landwirt und Mitglied der Fachkommission Information des SVLT, hatte dafür sein Mulchgerät mitgebracht, eine Ropa «KS 475» gezogen von seinem Fendt «211 Vario» mit Pflegebereifung. Der Preis des Geräts beträgt rund CHF 18.000.- inklusive Optionen. Romain Mottaz, Verkaufsberater beim Händler Christan SA in Chandon (FR), präsentierte den Krautschläger Grimme «KS 75-4» (4 Reihen und 75 cm Reihenabstand), der an einen New Holland «T5.140» mit 270 mm breiten Rädern gekoppelt war. Das Gerät wiegt rund eine Tonne. Der Preis einschliesslich der Option der vier «Damm-Rückverfestigungs-Räder» («Roules-buttes») beläuft sich auf CHF 17'000.-. Die geschätzten Kosten für das Kartoffelkraut abschlegeln liegen etwa bei 100 CHF/ha.
Vorteil bei Krautschlegeln + chemische Strategie
Bei den diesjährigen idealen Versuchsbedingungen in Grangeneuve hat der Einsatz eines Mulchers in Kombination mit nur einer Behandlung «Spotlight plus» ein zufriedenstellendes Ergebnis geliefert, ähnlich wie mit Reglone. Sogar bei der laubstarken Sorte Markies. «Diese Kombination ist wahrscheinlich die wirksamste, wenn man keine Auflagen hat im Pflichtenheft, die den Einsatz von synthetischen Herbiziden einschränkt oder verbietet», sagt André Chassot, Leiter des Bereichs Pflanzenbau in Grangeneuve.
Matthieu Schubnel (Übersetzung Claudia Degen)


