Nur 5 Prozent tragen immer einen Sicherheitsgurt

Bauern sind beim Angurten nach wie vor inkonsequent. Lediglich 5 Prozent geben in einer Umfrage an, immer einen Sicherheitsgurt zu tragen.

28.02.2024

Seit 2020 motiviert die Kampagne «Schon geschnallt» für das Angurten in landwirtschaftlichen Fahrzeugen. In einer Umfrage wurde nun zum zweiten Mal deren Wirkung untersucht. Das Fazit: Die Kampagne ist sehr bekannt und wird verstanden. Dennoch sind viele Fahrerinnen und Fahrer laut einer gemeinsamen Medienmitteilung der BUL und vom SBV* nach wie vor inkonsequent beim Umsetzen. Von den 2243 befragten Personen gaben lediglich 5 Prozent der Befragten an, immer einen Sicherheitsgurt zu tragen. Hier ergab sich keine Verbesserung zur ersten Umfrage. Hingegen geben 22 Prozent der befragten Personen an, meistens einen Sicherheitsgurt zu tragen. Dieser Wert ist gegenüber der ersten Umfrage um 5 Prozentpunkte gestiegen. Umgekehrt sagen 48 Prozent, dass sie selten oder nie einen Sicherheitsgurt tragen. Bei der ersten Umfrage waren es noch 55 Prozent. Westschweizer, Frauen und junge Menschen sind konsequenter als der Rest, wenn es ums Angurten geht.

Die Befragten nutzen 10’749 Fahrzeuge auf ihren Betrieben. Davon wurden 48 Prozent bereits mit Gurt gekauft und 15 Prozent nachgerüstet. Bei 37 Prozent fehlt folglich der Sicherheitsgurt. Bei der ersten Umfrage verfügten noch fast die Hälfte der genutzten Traktoren über keinen Gurt. Auf 31 Prozent der befragten Betriebe haben alle Fahrzeuge einen Sicherheitsgurt. Der Anteil der Betriebe, auf denen kein Fahrzeug einen Gurt aufweist, sank von 17 Prozent bei der ersten Umfrage auf 10 Prozent. Der mit 44 Prozent häufigste Grund für das Nachrüsten der landwirtschaftlichen Fahrzeuge mit Gurt ist, dass es sich um einen Lehrbetrieb handelt. Bei Lernenden ist ein Gurt obligatorisch. Weitere Faktoren fürs Nachrüsten waren Erhöhung der Sicherheit (33%), Angestellte (12%) oder Betriebskontrollen (10%). 2 Prozent haben aufgrund der Kampagne «Schon geschnallt?» nachgerüstet.

Die zweite Umfrage zeigte, dass die Kampagne «Schon geschnallt?» gut bekannt ist, aber nach wie vor zu wenig umgesetzt wird. Wie wichtig Anschnallen ist, zeigten die Unfälle infolge Fahrzeugsturz: angegurtete Personen kamen in der Regel mit leichten oder gar keinen Verletzungen davon. Fahrzeugstürze ohne getragenen Sicherheitsgurt hingegen hatten oft schwere bis tödliche Folgen. mgt

*Hinter der Kampagne «Schon geschnallt» steht die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL. Der Schweizer Bauernverband SBV ist Schirmherr.