Mobile Bauten gegen Sturmschäden versichern

Leicht versetzbare Bauten wie Folientunnel, Gewächshäuser, Hagelschutznetze oder mobile Stallungen sind den Elementen stärker ausgesetzt. Was passiert, wenn ein Sturm sie beschädigt?

10.03.2026

Ein Gemüsebetrieb bewirtschaftet mehrere Folientunnel für den Anbau von Salaten und Beeren. Bei einem starken Sommersturm mit Hagel werden die Tunnel massiv beschädigt: Die Folien sind aufgerissen und die Metallbögen verbogen. Die Tunnel sind nicht mehr nutzbar, die darin wachsenden Kulturen stark beschädigt. In der Landwirtschaft gehören leicht versetzbare Bauten wie Folientunnel, Gewächshäuser, Hagelschutznetze oder mobile Stallungen zum Betriebsalltag. Auch unbewegliche Sachen ausserhalb von Gebäuden wie Silos und Fahrnisbauten trifft man häufig an. Viele Betriebsleitende gehen davon aus, dass diese Anlagen über ihre Gebäude- oder Betriebsinventarversicherung automatisch gegen Elementarereignisse versichert sind und im Schadenfall unkompliziert ersetzt werden. Doch genau das ist meistens nicht der Fall.

Elementar-Spezialrisiken
Für die Versicherer definiert die Aufsichtsverordnung (AVO) verbindliche Grundsätze in der Feuer-Elementarschadenversicherung. Sie hält fest, dass leicht versetzbare Bauten sowie bestimmte unbewegliche Sachen ausserhalb von Gebäuden nicht unter diese Deckung fallen (Art. 172 AVO). Deshalb werden solche Objekte von den Versicherern als sogenannte Elementar-Spezialrisiken eingestuft. In der Grunddeckung der Betriebsinventarversicherung sind Folientunnel beispielsweise oft nur zum Zeitwert bis circa CHF 5000 mitversichert. Wer seine Elementar-Spezialrisiken gegen Feuer- und Elementarschäden zum Neuwert absichern möchte, benötigt somit eine spezielle Zusatzdeckung, die in der Branche oft als «ES-Spezial» bezeichnet wird. Diese stellt sicher, dass im Schadenfall nicht nur der altersbedingte Restwert, sondern die vollen Kosten für den Wiederaufbau unter Berücksichtigung der vertraglichen Limiten gedeckt sind.

Versicherung periodisch anpassen
Bei vorhandenen Elementar-Spezialrisiken ist eine Prüfung der bestehenden Betriebsinventarversicherung auf den Einschluss der Zusatzdeckung «ES-Spezial» zu empfehlen. Zudem ist zu prüfen, ob die vereinbarten Versicherungssummen sowie die Art der Entschädigung (Neuwert oder Zeitwert) mit dem aktuellen Wert der Folientunnel oder mobilen Ställe übereinstimmen. Im Schadenfall können Fotos, Baujahrangaben sowie Reparatur- und Rechnungsbelege wichtige Nachweise sein. Da die Beweislast beim Versicherten liegt, ermöglichen diese Unterlagen eine zügige und unkomplizierte Schadenabwicklung. Ohne eine Zusatzdeckung «ES-Spezial» muss der Betriebsleitende die gesamten Kosten tragen und diese gehen schnell einmal in die Tausende. Mit den passenden Zusatzdeckungen übernimmt die Versicherung die Schäden im vereinbarten Rahmen: Der beschädigte Folientunnel kann rasch ersetzt werden, und der Ertragsausfall aus den zerstörten Kulturen wird über die Hagel- oder Wetterversicherung finanziell aufgefangen. Dadurch kann der Betrieb die nächste Pflanzung planen und den Produktionsrhythmus möglichst einhalten. Agrisano Stiftung