«Massiv von US-Importzöllen betroffen»
VDMA-Geschäftsführer Tobias Ehrhard fordert im Vorfeld der Agritechnica eine schnelle Abkehr vom Protektionismus hin zu offenen Märkten.
29.10.2025
Die drastische Zollpolitik der US-Regierung dürfte auf der diesjährigen Agritechnica in Hannover für viele Diskussionen in der Landtechnik-Branche sorgen. «Die Importzölle der amerikanischen Regierung sind für die europäischen Landmaschinen- und Traktorenhersteller eine grosse Belastung», sagt Tobias Ehrhard, Geschäftsführer des deutschen Branchenverbandes VDMA Landtechnik im Vorfeld der Agritechnica. Im Vergleich mit den übrigen Zweigen des Maschinen- und Anlagenbaus sei die Landtechnikindustrie von dieser Protektionsmassnahme besonders stark betroffen. «Während der erhöhte Zollsatz im Maschinenbau im Durchschnitt 30 Prozent des EU-Exportvolumens betrifft, sind es in der Landtechnik durchschnittlich 70 Prozent», erläutert Ehrhard.
Handelspolitisch ist die Position des VDMA eindeutig: «Wir müssen so schnell es geht weg vom Protektionismus und hin zu offenen Märkten», fordert der VDMA-Geschäftsführer. Wo multilaterale Freihandelsabkommen nicht realisierbar seien, gelte es, bilaterale Abkommen zu schliessen, so wie im Fall von Mercosur.»
Stahl- und Aluminiumanteil sämtlicher Maschinen erfassen
Die Trump-Regierung hatte im Juli nach Gesprächen mit der Europäischen Union einen Einfuhrzoll in Höhe von 15 Prozent auf Importwaren erlassen. Was die Sache weiter verschärft, ist ein am 18. August nachgeschobener, erhöhter Zollsatz für Stahl- und Aluminiumprodukte. Seither wird der Stahl- und Aluminiumanteil einer Maschine mit einem Zollsatz von 50 Prozent belegt. «Jetzt gilt, dass der Stahl- und Aluminiumanteil sämtlicher Maschinen erfasst und entsprechend verzollt werden muss. Bemessungsgrundlage ist der Einkaufspreis des Rohmaterials – ein riesiger Bürokratie- und Kostenfaktor, vor allem aber eine Wettbewerbsverzerrung ohnegleichen», betont Tobias Ehrhard. röt


