Lovol präsentiert neue Hybridtraktoren
Der chinesische Landtechnikhersteller Lovol hat eine neue Traktorenbaureihe mit dieselelektrischem Hybridantrieb und intelligenten Assistenzsystemen vorgestellt. Auch eine Markteinführung in Europa ist vorgesehen.
05.11.2026
In letzter Zeit war es um den chinesischen Traktorhersteller Lovol still geworden – er schien gar von der Bildfläche verschwunden zu sein. Nun hat Lovol an der «China International Agricultural Machinery Exhibition» (CIAME 2026) in Tianjin eine neue Traktorenbaureihe mit dieselelektrischem Hybridantrieb und intelligenten Assistenzsystemen vorgestellt. Diese neue «eCVT»-Baureihe kombiniert Dieselmotoren von Weichai mit einem von Lovol entwickelten, leistungsverzweigten Hybridantrieb. Dieser stimmt Verbrennungs- und Elektromotor aufeinander ab, so dass der Dieselmotor möglichst häufig im optimalen Wirkungsgradbereich arbeitet. Das stufenlose Getriebe ermöglicht Geschwindigkeiten von 0 bis 40 km/h. Gegenüber konventionellen Traktoren verspricht Lovol eine um über 30% höhere Arbeitseffizienz und einen um mehr als 20% reduzierten Kraftstoffverbrauch. Diese Herstellerangaben sind allerdings von den jeweiligen Einsatzbedingungen abhängig.
Zur Ausstattung gehören eine elektronisch geregelte Fahrwerkssteuerung, Vorgewendemanagement, automatische Routenplanung und eine automatische Haltefunktion an Steigungen. Für den Fahrkomfort sorgen eine gefederte Vorderachse, eine gefederte Kabine sowie ein luftgefederter Fahrersitz. Hinzu kommen eine multifunktionale Bedienarmlehne und ein integriertes Informationssystem.
Die Traktoren verfügen über eine Load-Sensing-Hydraulik mit Verstellpumpe und sind für anspruchsvolle Arbeiten wie Pflügen, Tiefenlockerung und Saatbettbereitung ausgelegt. Nach Herstellerangaben wurde die neue Baureihe während 2000 Stunden auf Prüfständen sowie bei Feldversuchen auf insgesamt rund 13'300 ha getestet.
Lovol plant auch den Vertrieb dieser Hybridtraktoren in Europa. Ein konkreter Zeitpunkt für die Markteinführung ist jedoch noch nicht bekannt. Angaben zu Motorleistungen, Modellvarianten und Preisen fehlen bislang ebenfalls.
Frühere Aktivitäten von Lovol in Europa
Lovol eröffnete 2011 ein Entwicklungszentrum in Bologna und gründete später die Lovol Arbos Group. 2015 erwarb das Unternehmen die Markenrechte an Arbos und Bubba sowie den Sätechnikhersteller MaterMacc. Ende 2015 kam der traditionsreiche Spezialtraktorenhersteller Goldoni hinzu. Ziel war es, in Italien eine umfassende Landmaschinenpalette für den europäischen Markt aufzubauen. An der Agritechnica 2015 präsentierte Lovol unter dem Namen Arbos verschiedene Traktorbaureihen mit geplanten Motorleistungen bis 260 PS. Diese ambitionierte Strategie hatte allerdings keinen nachhaltigen Erfolg. Goldoni geriet erneut in wirtschaftliche Schwierigkeiten und wurde 2021 vom belgischen Unternehmen Keestrack übernommen. Auch die Marke Arbos verschwand schliesslich vom europäischen Markt. An der Agritechnica 2023 trat Lovol erneut auf, diesmal unter eigenem Namen und mit dem neuen Mutterkonzern Weichai im Hintergrund. Gezeigt wurde unter anderem der 240 PS starke «P7240», dessen technische Wurzeln auf die frühere Arbos-Baureihe zurückgehen. Inzwischen verfolgt Lovol eine erneuerte Europastrategie, die neben konventionellen Traktoren auch elektrische und hybride Antriebskonzepte umfasst. Nach Unternehmensangaben sollen zunächst elektrische Kleintraktoren mit 25 und 40 PS auf den Markt kommen, während für die Leistungsklasse von 150 bis 300 PS insbesondere Hybridantriebe vorgesehen sind. eng


