John Deere: Modellpflege bei Traktoren
John Deere stattet die Traktoren der Serien «6M», «6R» sowie «8R» mit neuen Funktionen aus und erweitert das Frontlader-Programm für die grossen «6R»-Modelle.
08.06.2026
Die überarbeitete «6M»-Baureihe von John Deere, die weiterhin 17 Modelle umfasst, erhält für das Modelljahr 2027 zahlreiche technische und ergonomische Neuerungen. Im Mittelpunkt stehen ein vereinheitlichtes Bedienkonzept analog zu den grösseren Serien, eine modernisierte Kabine sowie zusätzliche Automatisierungs- und Vernetzungsfunktionen.
«e19»-Getriebe
Neu ist insbesondere das Getriebe mit 19 voll lastschaltbaren Gängen. Das Getriebe basiert auf der «PowrQuad»-Technik, arbeitet jedoch mit Doppelkupplung und automatischer Steuerung von Motor und Getriebe. Dadurch sollen Schaltvorgänge ohne Zugkraftunterbrechung sowie ein effizienterer Betrieb möglich werden. Laut John Deere sind gegenüber dem bisherigen «CommandQuad Plus» bis zu 5% Produktivitätssteigerung und Kraftstoffeinsparung erreichbar. Dieses «e19»-Getriebe wird für die meisten 6-Zylinder-Modelle bis zum «6M 250» verfügbar sein.
Auch die Kabine ist neu. Optional stehen ein «Compact CommandARM» mit «G5»-Display sowie der neue «CommandX Plus»-Joystick zur Verfügung. Dieser erlaubt die Steuerung von Traktor- und Isobus-Funktionen über frei belegbare Tasten. Das 10,1-Zoll grosse «G5-CommandCenter» dient als zentrale Schnittstelle für verschiedene Precision-Farming-Anwendungen. Zusätzlich können Arbeitsdaten und Maschineneinstellungen über das «Operations Center» drahtlos übertragen werden.
Überarbeitete Serie «6R»
Weiter hat John Deere die Grossrahmen- und «Xtra-Large-Frame»-Modelle der Serie «6R» technisch überarbeitet. Die Baureihe umfasst neu vier Grossrahmen-Modelle («6R 180» bis «6R 240») sowie zwei «Xtra-Large-Frame»-Modelle («6R 230» und «6R 260») mit Leistungen bis 305 PS mit «IPM». Im Fokus der Überarbeitung stehen Strassenfahrverhalten, Bedienkomfort, Precision Farming und Wartungsfreundlichkeit.
Mit dem neuen «Sport Package Pro» sollen Stabilität, Federung und Lenkpräzision deutlich verbessert werden. Dazu gehören eine adaptive «TLS-Pro»-Vorderachsfederung, eine weiterentwickelte hydraulische Kabinenfederung sowie ein neues Bremssystem mit automobilähnlicher Pedalcharakteristik. Ebenfalls neu sind ein überarbeitetes Lenkrad, eine ergonomischere Lenksäule und optionale Systeme wie «Variable Ratio Steering» oder «Reactive Steering».
Die neue «CommandView-4»-Kabine bietet mehr Platz, bessere Sicht und weniger Geräusche. Durch eine geänderte Kabinengeometrie verbessert sich laut Hersteller die Sicht auf Heckanbaugeräte um bis zu 20%. Die Geräuschkulisse in der Kabine liegt bei lediglich 66 dB(A). Zur Ausstattung zählen auch das neue «CommandARM»-Bedienkonzept, die Joysticks «CommandX Plus» oder «CommandX Pro», ein drehbarer Sitz sowie kabelloses Apple «CarPlay» und Android «Auto». Alle neuen Modelle werden serienmässig mit «StarFire-7500»-Empfänger, «G5»-Display und «JDLink»-Konnektivität ausgeliefert. Damit stehen verschiedene Precision-Farming-Funktionen direkt zur Verfügung.
Der neue «6R 260» erreicht bis zu 305 PS und kann erstmals mit dem neuen «e19»-Voll-Powershift-Getriebe ausgestattet werden. Zusätzlich sind ein integriertes Reifendruckregelsystem sowie das Ballastierungssystem «EZ Ballast» verfügbar.
Nächste Generation «8R»
John Deere hat eine Modellpflege auch bei den Serien «8R», «8RT» und «8RX» im Leistungsbereich von 280 bis 410 PS vorgenommen. Die überarbeiteten Modelle sollen insbesondere bei schweren Zugarbeiten, Säeinsätzen und Transportaufgaben mehr Effizienz und Bedienkomfort bieten. Die neue Generation umfasst Radtraktoren («8R») mit 280 bis 410 PS sowie die Raupenmodelle («8RT»/»8RX») von 310 bis 410 PS.
Im Mittelpunkt steht die verbesserte Umsetzung der Motorleistung in Zugkraft. Der «8R 410» erreicht laut John Deere bis zu 20% mehr Zugleistung als vergleichbare Wettbewerbsmodelle. Dafür sorgt der 9,0-l-Motor in Kombination mit verschiedenen Getriebevarianten wie «e23», «AutoPowr» oder «eAutoPowr». Letzteres ermöglicht bei den Modellen 8R 370 und 8R 410 einen stufenlosen Fahrbetrieb mit rein elektrischem Antrieb im Langsamfahrbereich.
Erweitertes Frontlader-Programm
Dann erweitert John Deere sein Frontlader-Programm für die Gross- und «Xtra-Large-Frame»-Modelle der Serie «6R» um die neuen Modelle «665R» und «685R». Die neuen Modelle wurden speziell für professionelle Ladeeinsätze entwickelt und sollen insbesondere Sichtverhältnisse, Arbeitsleistung und Servicefreundlichkeit verbessern.
Ein Schwerpunkt der Entwicklung lag auf der Sicht vom Fahrerplatz aus. Optional steht eine digitale Kamera zur Verfügung, die flexibel am Frontlader montiert werden kann und direkt mit dem Bordnetz verbunden ist. Dadurch erhält der Fahrer eine bessere Übersicht beim Handling von Ballen, Schüttgütern oder Paletten. Zudem erleichtern neue Aussparungen an den Verriegelungspunkten das sichere An- und Abkuppeln des Frontladers direkt aus der Kabine. Ebenfalls neu ist eine werkseitig eingestellte Zweipunkt-Anzeige zur Kontrolle der Werkzeugstellung.
Für mehr Produktivität sorgt eine überarbeitete Kinematik mit acht Grad zusätzlichem Rückkippwinkel. Dadurch soll weniger Material verloren gehen und die Schaufel besser gefüllt bleiben. Laut John Deere eignet sich dies insbesondere für wiederkehrende Ladeeinsätze wie Silage-, Mist- oder Schüttgutarbeiten. Optional können die Frontlader zudem mit einem Technologiepaket ausgestattet werden, das unter anderem eine dynamische Wiegeeinrichtung, automatische Horizontführung sowie eine Rückkehrfunktion zur voreingestellten Position umfasst.
Auch die Wartung wurde vereinfacht. Eine zentrale Schmieranlage erleichtert den Zugang zu den Schmierstellen und reduziert den täglichen Wartungsaufwand. Zudem verfügen die neuen Frontlader über eine neue elektrische Architektur mit separaten hydraulischen und elektrischen Anschlüssen. Dadurch lassen sich spätere Nachrüstungen wie Beleuchtung, Federung oder Kameras einfacher integrieren. eng


