«HVO100»-Praxistest mit Rübenrodern

Praxistest mit «HVO100»-Diesel in der Rübenernte 2025. Das Fazit: «HVO100» ist kein Wundermittel, aber ein konkreter Ansatz, um schon heute Emissionen zu senken.

28.11.2025

Noch ist die Elektrifizierung grosser Landmaschinen wie Rübenroder nicht marktreif. Könnte aber ein Treibstoffwechsel von Diesel auf «HVO100»* bereits heute einen Beitrag zur Emissionsreduktion leisten? Dieser Frage ging IP-Suisse zusammen mit Ricola und der Schweizer Zucker AG nach und hat den fossilfreien «HVO100»-Diesel im Praxistest geprüft. Gemeinsam mit den beiden Lohnunternehmen Brauen aus Suberg (BE) und Fiechter aus Kappelen (BE) wurde die gesamte Rübenkampagne 2025 mit «HVO100»-Diesel durchgeführt. Im Fokus standen Fragen wie: Funktioniert «HVO100» im täglichen Einsatz zuverlässig? Verändert sich Leistung oder Verbrauch? Welche Hürden bestehen in der Praxis?

In ihrem Fazit zum Praxistest schreiben die durchführenden Organisationen: «Die Maschinen liefen stabil, die Ernteleistung entsprach jener mit herkömmlichem Diesel. Auch der Verbrauch zeigte keine nennenswerten Unterschiede und auch das befürchtete Verrussen des Motors blieb aus. HVO100 verbrennt deutlich sauberer und nahezu geruchsfrei.» Und: «Wenn die Preise sich dem Diesel angleichen, sehe ich HVO100 als sehr gute Zwischenlösung und einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Entwicklung – besonders für grosse (Ernte-)Maschinen, bei denen die Elektrifizierung noch nicht weit fortgeschritten ist», sagt Lohnunternehmer Ueli Brauen.

Es zeige sich, dass HVO100  im Praxistest überzeugt habe, heisst es weiter. Technisch stabil und sofort einsetzbar. Gleichzeitig bestehe noch Verbesserungspotenzial. Anstehende Herausforderungen seien die eingeschränkte Verfügbarkeit, die höheren Kosten und die Lieferkette, die sich erst noch etablieren müsse.

Alle Beteiligten des Versuchs sehen den Praxistest auf dem Feld daher als wichtigen Lernschritt, um gemeinsam mit Partnern herauszufinden, wo und wie solche Lösungen künftig sinnvoll eingesetzt werden können. HVO100 ist kein «Wundermittel», aber ein konkreter Ansatz, um schon heute Emissionen zu senken, während langfristige Alternativen in der Landwirtschaft weiterentwickelt werden, heisst es in der Medienmitteilung von IP Suisse, Ricola und Schweizer Zucker AG.

Was ist «HVO100»?
«HVO100»-Diesel (Hydrotreated Vegetable Oil) ist kein Biodiesel, sondern ein alternativer Kraftstoff aus Abfall- und Reststoffen, etwa gebrauchten Speiseölen und Fetten. Er erfüllt die Diesel-Norm EN 15940, kann ohne technische Anpassungen getankt werden* und reduziert laut Studien die Treibhausgasemissionen um bis zu 90 Prozent. Wichtig: «HVO100» konkurriert nicht mit dem Nahrungsmittelanbau, da keine zusätzlichen Flächen für Raps, Mais oder Palmöl benötigt werden. 
*Dies unbedingt direkt beim Hersteller oder der Werkstatt nachgeprüfen