Grossflächige Frostbewässerung
Beim Frostschutz der Obstkulturen setzt der Obstbaubetrieb Eichenberger in Uhwiesen seit vielen Jahren auf den Schutz mit der Frostbewässerung – heute Morgen zum ersten Mal in dieser Saison.
28.03.2026
Es sind eindrucksvolle, aber auch vergängliche Kunstwerke, in die heute am frühen Samstagmorgen die Kern- und Steinobstanlagen des Uhwieser Obstbaubetriebes Eichenberger mit Hilfe von Wasser und Eis verwandelt wurde. Dies ist der Massnahme des Frostschutzes mit der Überkronenbewässerung zuzuschreiben. Mit Sprinklern wird dabei 3 bis 5 ö Wasser je Stunde und Quadratmeter flächendeckend über den Obstbäumen verteilt. Trifft dieses Wasser auf einen festen Teil wie eine Blüte, Knospe oder auch Astteil wie auch Drähten, so bildet dieses einen immer mehr wachsenden dicken Eispanzer. «Kurz nach Mitternacht sind die Temperaturen deutlich unter null gesunken, so dass wir stufenweise die Forstbewässerungsanlagen in Uhwiesen, Rudolfingen und Büsingen in Betrieb nahmen», führt Erik Eichenberger aus. Beim Sonnenaufgang wurden dann gar -6,5° C gemessen. Erst im Laufe des Morgens setzte wieder der Taupunkt ein, so dass die Bewässerung abgestellt werden konnte.
Der Betrieb wendet diese Methode seit 2018 an. Vorgängig setzte am Frostheizungen mit Kerzen und einem Booster, der mit einem Brenner erhitzte Luft seitlich in die Obstanlagen bliess, aber nicht zufriedenstellende Resultate brachte. Zuerst setzte der Betrieb für die Flächen in Uhwiesen auf Wasser von der Wasserversorgung. Doch seit einigen Jahren wurde das grosse Bewässerungsprojekt umgesetzt, mit dem nun Rheinwasser eingesetzt wird. Dieses wird oberhalb des Rheinfalles dem Rhein entnommen und bis zu den Obstlagen gepumpt. Im Perimeter des Netzes werden damit auch die landwirtschaftlichen Kulturen bewässert.
Hinter der Frostberegnung steckt ein physikalischer Effekt. Beim Übergang von flüssigem Wasser zu festem Eis ordnen sich die Wassermoleküle in einem festen Kristallgitter an. Dabei werden pro Liter Wasser rund 330 Kilojoule Erstarrungswärme freigesetzt. Die dabei anfallende bei der Eisbildung um Triebe, Blüten und Fruchtrutenteile entstehende «Abwärme» oder in der Fachsprache als Kristallisationswärme bezeichnet, gibt diese «Wärme» nach Innen ab. Damit schützt diese freigesetzte Wärme die Pflanzenteile dank physikalischen Gegebenheiten vor Frost. Die Bewässerung darf aber erst ausgesetzt werden, wenn bei Temperaturen über Null das Abtauen beginnt. RoMü


