Gewinner der «Systems & Components Trophy» bekannt
Die DLG hat im Vorfeld der Agritechnica die Gewinner des «Systems & Components Trophy» bekannt gegeben.
17.10.2025
Im Rahmen der Agritechnica verleiht die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) jeweils die Auszeichnungen der «Systems & Components Trophy» für innovative Entwicklungen der Zuliefererindustrie für die Landtechnik. Heuer sind es drei Preisträger.
«ReBeL cobot» von igus GmbH
Hochpräzise und wiederkehrende Aufgaben wie das Hacken von Unkraut oder die Obsternte sind oft körperlich anstrengend und werden bis heute häufig mit hohem Arbeitskräfteeinsatz von Hand erledigt. Mit dem «ReBeL Cobot» hat igus nun einen nur 8 kg leichten Gelenkarmroboter vorgestellt, der dank seiner besonders einfachen Bedienung und seines niedrigen Preises den Einstieg in die Automatisierung in der Landwirtschaft einfacher und zugänglicher macht. Ausgestattet mit Sensoren und Greifern eignet er sich ideal für Aufgaben wie Obsternte, Aussaat oder Indoor-Farming. Je nach Anwendung kann der Roboterarm mit verschiedenen Sensoren wie Kameras oder Arbeitswerkzeugen ausgestattet werden. Hinzu kommen eine einfache, nutzerfreundliche und praxisorientierte Programmierungsmöglichkeit. Über eine kosten- und lizenzfreie Software-Testumgebung kann der Anwender jede Kinematik testen und so bereits vor dem Kauf herausfinden, ob die geplante Anwendung mit dem «ReBeL» realisiert werden kann.
«RadX» von Mach, Inc.
Je weiter die technische Entwicklung voranschreitet, desto mehr Sensoren kommen in Landmaschinen und Traktoren zum Einsatz, um deren Steuerung zu verbessern. Die Rohdaten dieser Sensoren werden zentral verarbeitet, was hohe Anforderungen an die Rechenleistung und Datenanalyse stellt. OEMs kämpfen dabei immer wieder mit Schwierigkeiten bei der Bewertung der Sensordaten und der Programmierung effizienter Auswertungsalgorithmen. Das «RadX»-Radargerät von Mach ist das erste System seiner Art, das nicht nur echte Phased-Array-Technologie in die Landwirtschaft, das Bauwesen, den Bergbau und die Landpflege bringt, sondern die erfassten Signale auch intern prozessiert und in der Systemarchitektur des OEMs bereitstellt. Das System nutzt für die hochauflösende 3D-Erkennung in Echtzeit elektronisch gesteuerte Strahlen und eine adaptive Strahlformung, sodass keine beweglichen Teile erforderlich sind.
«»RadX» ist in der Lage zwischen Boden, Ernterückständen und Vegetation zu unterscheiden und gleichzeitig die Geländeoberfläche zu kartieren, was den Sensor besonders interessant für die Anwendung bei der Tiefenkontrolle von Bodenbearbeitungs-, Pflanz, und Sämaschinen sowie in der Geländeführung von Mähdrescher-Erntevorsätzen macht. Auch eine Bewertung der Arbeitsqualität hinter dem Gerät ist denkbar.
«Elektrischer TerraDrive» (eTD) von ZF
In aktuellen Elektrotraktoren wurde in der Regel der Verbrennungsmotor durch einen Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe ersetzt, ohne den bekannten und bewährten hydrostatischen Power-Split-CVT-Antriebsstrang anzutasten.
Der elektrische «TerraDrive» (eTD) von ZF Friedrichshafen verfolgt einen anderen, völlig neu konzipierten Ansatz: Das modulare, hochintegrierte elektrische Achssystem vereint Traktion, Zapfwelle und Hydraulik in einer kompakten Bauweise für Traktoren bis zu 100 kW. Damit wird nicht nur ein emissionsfreier Betrieb ohne Leistungseinbussen ermöglicht, sondern es können auch zentrale Getriebe, hydrostatische Einheiten, Kupplungen und Hydrauliksysteme zum Teil entfallen bzw. werden durch einen doppelten elektrischen Antriebsstrang mit Energierückgewinnung und einer optimierten Bauweise für maximale Effizienz und Flexibilität bei der Installation ersetzt. Das Herzstück des «eTD» bildet eine hochintegrierte E-Antriebseinheit mit zwei ölgekühlten Elektromaschinen – eine für den Antrieb, die andere für Nebenantriebe. Durch den Wechsel im konstruktiven Grundkonzept entsteht Platz für Batterien oder Wasserstofftanks, was die Reichweite und Betriebszeit deutlich erhöhen kann. Die Kommission der S&C-Trophy weist darauf hin, dass dies nicht nur für die klassische Anwendung bei Traktoren gilt, sondern vor allem auch auf andere Maschinen übertragen werden kann.


