Gas-Engpass würde auch Landtechnik-Industrie treffen

Viele Landmaschinen-Hersteller könnten ohne Gas nicht produzieren. Ein Umstieg auf Öl oder Strom wäre kurzfristig nicht realisierbar.

28.07.2022

Die Versorgungssicherheit mit Gas aus Russland sorgt auch in der Landtechnik-Branche und ihren Zulieferern für einige Sorgen. Denn viele Hersteller nutzen den Rohstoff Gas für die Energieversorung ihrer Produktion. So wird viel Gas etwa für den Betrieb der Öfen genutzt, die für den Einfärbungsprozess mit der Pulverbeschichtung benötigt werden. Ein Gas-Lieferstopp würde deshalb mehr oder weniger zu einem Stillstand in der Landmaschinen-Produktion führen. Die Alternativen wäre, bei den Lackiervorgängen auf Öl oder Strom umzusteigen. Beides wäre allerdings mit Kosten und Umbauten verbunden und nicht kurzfristig realisierbar.

Wem aber soll das Gas abgedreht werden? Ob die Landmaschine-Industrie systemrelevant ist, wird selbst bei den Landtechnik-Herstellern bezweifelt. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht davon ausgehen, als systemrelevant eingestuft zu werden, sagte Fendt-Chef Christoph Gröblinghoff kürzlich in einem Interview mit der FAZ. Und, so Gröblinghoff: Der Umstieg auf alternative Energiequellen, liesse sich nicht unter sechs Monaten realisieren.

Gefordert wird auch eine Planungssicherheit. «Gerade die mittelständische Industrie in Europa braucht verlässliche Planungen der EU, wie Gas im Fall einer echten Knappheit verteilt wird», fordert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer VDMA, der mit dem Fachverband VDMA Landtechnik auch die europäischen Hersteller von Landmaschinen und Traktoren vertritt. röt