Fendt präsentiert erneuerte Baureihen

Fendt zeigte den Fachmedien die Neuheiten bei den Traktor-Baureihen «300 Vario», «500 Vario», «700 Vario», «800 Vario» und «1000 Vario». Allgemeiner Trend: Es findet ein stetiger Technologietransfer von den grösseren zu den kleineren Baureihen statt.

26.08.2025

Bei der Baureihe «500 Vario» ist der Antriebsstrang neu: Unter der abfallenden Motorhaube mit integrierten Tagfahrlichtern ist nun anstelle eines Deutz ein Agco-Power-Aggregat verbaut. Es handelt sich um den 4-Zylinder «Core50» mit Hubraum von 5 l. Erstmals kommt in dieser Klasse das einstufige «VarioDrive»-Getriebe mit dem permanenten, unabhängigen Allradantrieb zum Einsatz. Das stufenlose «TA120»-Getriebe ersetzt das bisherige «ML90».
Die Abmessungen sind mit den Vorgängern nahezu identisch. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 11,75 Tonnen und man darf rund 4,9 Tonnen zuladen, womit man auch mit schweren Front-/Heck-Geräten legal auf Strassen unterwegs ist. Weiter gibt es das intelligente Mehrleistungskonzept «DynamicPerformance». Wird mehr Leistung benötigt, gibt das System bis zu 10 PS zusätzlich frei, so dass bei diesem «516 Vario» 174 PS zur Verfügung stehen Das Kühlkonzept mit dem saugenden Visco-Lüfter stammt aus der Serie «600». Optional gibt es einen Umkehrlüfter. Diesel- und AdBlue-Tank fassen 290 respektive 35 l. Es gibt die vier Zapfwellendrehzahlen 540, 540E, 1000 und 1000E. Weiter fallen die Klappen für die Parkposition der Unterlenker auf. Mit wenigen Handgriffen lassen sich die beiden Hubstreben höher positionieren. Die «VisioPlus»-Kabine gibt es mit oder ohne rechte Tür, mit mechanischer oder pneumatischer Federung sowie mit durchgehender oder ausstellbarer Frontscheibe. Optional verbaut Fendt auch eine Scheibe aus Verbundsicherheitsglas (VSG). Für Pflanzenschutzarbeiten gibt es einen Kabinenluftfilter der Schutzklasse 4, weiter eine integrierte Reifendruckregelanlage sowie Kameras für Haube und Heck.

Die Serie «300 Vario» kommt nun in der fünften Generation auf den Markt, die mit dem neuen Modell «310 Vario» nach unten ergänzt wird. Beim Motor wird weiterhin ein 4-Zylinder-Aggregat von Agco Power mit 4,4 Litern Hubraum verbaut. Neu gibt es auch bei dieser Serie «Dynamic Performance», das heisst, eine bedarfsabhängige Mehrleistung von 10 PS. Beim Getriebe bleibt es mit dem stufenlosen Modell «ML 75» und einem Fahrbereich beim Alten. Neu gibt es aber einen Anhänger-Bremsassistenten, der im Sinne einer Streckbremse die Schubbelastung bei Bergabfahrt konstant hält. Optional soll es künftig eine hydraulische Zusatzbremse geben. In der Kabine wird neu ein drehbarer und belüfteter Fahrersitz verbaut. Weiter gibt es die Möglichkeit, die Kabine für Pflanzenschutzmittel-Anwendungen in der Schutzkategorie 4 zu bestellen. Die Frontscheibe ist beheizbar und in VSG-Ausstattung mit einem Splitterschutz ausgestattet. Die Rückleuchten haben ein neues Layout bekommen mit dynamischem Blinker. Neu gestaltet ist auch die Frontpartie der Kühlerhaube. Im Heck verbessern eine Kamera und die neue Deichselbeleuchtung die Sicht direkt hinter dem Fahrzeug. Ein zulässiges Gesamtgewicht von 9,5 Tonnen und damit etwa 4 Tonnen Nutzlast erweitern das Einsatzgebiet mit schweren Anbaugeräten. Die ins Dach gewölbte Frontscheibe ermöglicht eine gute Sicht auf den Frontlader, für den es zwei oder drei mittig platzierte Steuerventile für einen vier- oder sechsfach Multikuppler gibt. Somit stehen zusätzlich bis zu fünf Ventile zur Verfügung. Für Standard-Anforderungen hat Fendt neu den Frontlader «Cargo 4.75 S» mit einer leichteren Schwinge im Angebot. Für komplexere Aufgaben gibt es weiterhin die Profi-Ausführung mit 3. Ventil.

Vor drei Jahren lancierte Fendt die Baureihe «700 Vario» in der Generation 7. Nun gibt es diese vier Modelle in der Version 7.1 und alle mit mehr Leistung dank «Dynamic Performance» von 20 PS. Das Modell «724 Vario» mit maximal 263 PS bekommt eine Zulassung für 60 km/h und ist somit für Transortarbeiten besonders geeignet, wozu auch die «Reaction»-Lenkung, das Niedrigdrehzahlkonzept, die Bremssicherheit mit neuer hydraulischer Zusatzbremse und der Anhänger-Bremsassistent beitragen, vervollständigt durch das «Stability Control»-System, das die Wankbewegungen gezielt reduziert.

Neu konzipiert wurde weiter die Baureihe «800 Vario» mit drei Modellen, angetrieben vom 6-zylindrigen «Core 80»-Motor mit 8 Litern Hubraum von Agco Power. Erstmals kommen bei diesen Traktoren in der «Gen 5» Technologien wie der unabhängige Allradantrieb «VarioDrive», das Niedrigdrehzahlkonzept und der selbstreinigende Motorluftfilter zum Einsatz. Die von den grösseren Traktoren übernommene Kabine samt innovativem Beleuchtungskonzept steigert den Arbeitskomfort. Diese Rundum-Beleuchtung mit dimmbaren Scheinwerfern für die optimale Ausleuchtung und blendfreies Arbeiten bietet in Maximalausstattung 114’700 Lumen. Aus dem Betriebsgewicht von 9,9 Tonnen bei einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 17,5 Tonnen ergibt sich eine Nutzlast von 7,6 Tonnen. Für Anbaugeräte, die vom Traktor über Power-Beyond hydraulisch versorgt werden, ermöglicht «eLS connect» die rein elektronische Kommunikation des Öldrucks zwischen Traktor und Anbaugerät über Isobus. «e-LS connect» ersetzt die konventionelle hydraulische Kommunikation über die Load-Sensing-Steuerleitung, die somit entfällt. Durch das agilere Ansprechverhalten sollen die Funktionen beim Anbaugerät präziserer ausgeführt werden.

Im zehnten Jahr der Serienproduktion der Baureihe «1000 Vario» kommen diese Traktoren nun in der Variante «Gen 4» auf den Markt. Noch etwas exklusiver als bei den «800 Vario» ist das Lichtkonzept, das hier in der Variante «UltraVision» mit insgesamt 22 LED-Scheinwerfern 120500 Lumen eine 360-Grad-Beleuchtung liefert. Auf dem Terminal können verschiedene Licht-Profile definiert und abgespeichert werden. Weiter können einzelne Scheinwerfer individuell gedimmt werden. Mit den unter den hinteren Kotflügeln verbauten Scheinwerfern können Deichsel oder Arbeitsgeräte am Heck-Dreipunkt ausgeleuchtet werden. Für die Installation ergänzender Arbeitsscheinwerfer kann der Traktor an der C-Säule mit sogenannten «Tech Rails» ausgestattet werden. Mit «Adaptive Power» besteht bei den «1000 Vario» die Möglichkeit, verschiedene Leistungskurven für den Motor zu aktivieren. Bei hohem Leistungsbedarf kann das Fahrzeug mit maximaler Leistung betrieben werden. Für Anwendungen im Teillastbereich kann die Motorleistung entsprechend reduziert werden, was Anbaugeräte vor Überlast schützt und den Kraftstoffverbrauch reduziert. Neben der bisherigen automatischen Reinigung des Motorluftfilters gibt es nun auch die kontinuierliche Staubabsaugung am Kabinenluftfilter durch Unterdruck. Diese Zusatzfunktion wurde speziell für den Einsatz bei besonders staubigen Bedingungen entwickelt. eng