BASF sucht die Balance

Produktiv und trotzdem nachhaltig – so soll gemäss BASF die künftige Landwirtschaft sein. Die Technik kann dabei helfen.

14.06.2022

Die richtige Balance zu finden, ist auch für die Landwirtschaft ein zentrales Anliegen. Dabei stehen eine nachhaltige und dennoch für die stets wachsende Weltbevölkerung ausreichende Produktion im Zentrum. Bei BASF ist man der Meinung, diesen Spagat schaffen zu können. «Nachhaltigkeit und Produktivität schliessen sich in einer modernen Landwirtschaft nicht aus», hiess es an einer Pressekonferenz am Hauptsitz des Unternehmens in Ludwigshafen (D).
So präsentierte BASF Lösungen für «bessere Erträge», will heissen, mehr Ertrag bei gleichzeitig mehr Biodiversität und geringerem CO2-Ausstoss. Auf rund 220 Hektar Nutzfläche habe man bei 11 Betrieben mehr Biodiversität erreichen können, ohne dass man dafür Flächen aus der Produktion habe nehmen müssen. Ein scharfer Wink gegen das Ansinnen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik (GAP), dessen Forderungen in Deutschland dazu führen könnte, dass bis 2030 2,5 Mio. Hektar Ackerfläche der Produktion entzogen werden, wenn man all die vorgeschriebenen und freiwilligen, aber mit finanziellen Mitteln honorierten Öko-Massnahmen umsetzt.
Mehr für die Nachhaltigkeit in der landwirtschaftlichen Produktion lässt sich auch beim Pflanzenschutz erreichen. Zusammen mit Bosch hat BASF das Joint-Venture «Bosch BASF Smart Farming» gegründet, das digitale Lösungen zur Marktreife entwickeln soll. Beispielsweise «Smart Spraying Solution», das Unkraut in Echtzeit erkennt und nur dort Mittel appliziert, wo dieses auch vorkommt. Als neuer Partner aus der Pflanzenschutztechnik (neben bisherigen wie Amazone und Agco) kommt Dammann mit ins Boot und wird dieses System, das mittelfristig auch auf Fungizid- und Insektizid-Applikationen ausgeweitet werden soll, mit seinen Geräten testen.
Dann präsentierte BASF auch neue Pflanzenschutzmittel und Saatzüchtungen, die ebenfalls hinsichtlich einer besseren Nachhaltigkeit entwickelt wurden. So stehen mit «Diadem» gegen die Blattfleckenkrankheit bei den Zuckerrüben und «Belanty» gegen die Dürrfleckenkrankheit zwei neue Fungizide vor der Einführung, die beide auf dem Wirkstoff «Revysol» basieren. Weiter soll «Architekt» beim Raps als Fungizid und gleichzeitig auch als Wachstumsregulator wirken. Und mit «Luximo» gibt es nach über 20 Jahren wieder einmal ein Mittel gegen Gräser, das speziell gegen die verschiedenen Biotypen des Ackerfuchsschwanzes wirken soll. Dieses Graminizid besteht zu 50% aus nachwachsenden Rohstoffen wie Baumharz und Nebenprodukten der Papierherstellung.
eng