Autonomes Fahren: Wissenschaftler warnen

Wissenschaftler warnen beim autonomen Fahren vor Halluzination von Radarsystemen.

13.02.2024

Radarsysteme sorgen für Sicherheit im Verkehr. Was aber, wenn diese bewusst getäuscht werden? US-Wissenschaftlern gelang es nun, Fahrzeugen falsche Informationen zu liefern. Sie fordern jetzt ein Umdenken bei der Radarentwicklung.
Wer ein teilautonomes Fahrzeug fährt, verlässt sich auf die Funktionsfähigkeit von Sensorsystemen und Radartechnik. Doch was ist, wenn das Fahrzeug plötzlich bremst, obwohl kein Hindernis zu erkennen ist? Und welche Folgen hat es, wenn ein Hindernis vom Radarsystem einfach ausgeblendet wird? Genau damit haben sich Ingenieure der Duke University in Durham, North Carolina, unter der Leitung von Miroslav Pajic, Professor für Elektrotechnik und Computer-Engineering, sowie Tingjun Chen, Assistenzprofessor für Elektro- und Computertechnik, beschäftigt. Sie haben ein System namens «MadRadar» entwickelt, mit dem sich Radarsensoren von Kraftfahrzeugen so täuschen lassen, dass genau solche Szenarien auftreten können. Details ihrer Forschung wollen sie auf dem Network and Distributed System Security Symposium 2024 veröffentlicht, das vom 26. Februar bis 1. März in San Diego, Kalifornien, stattfindet.
Entwicklung von Radarsystemen muss überdacht werden. Pajic lässt im Vorfeld durchblicken: «Wir bauen diese Systeme nicht, um jemandem zu schaden, sondern um die bestehenden Probleme mit den derzeitigen Radarsystemen zu demonstrieren und zu zeigen, dass wir die Art und Weise, wie wir sie entwickeln, grundlegend ändern müssen.» Und das scheint kein Problem einzelner Fabrikate zu sein. «Ohne viel über das Radarsystem des Zielfahrzeugs zu wissen, können wir in realen Experimenten ein gefälschtes Fahrzeug aus dem Nichts auftauchen lassen oder ein tatsächliches Fahrzeug verschwinden lassen», so Pajic.
Quelle: VDI-Nachrichten