Wenn bauliche Massnahmen den Strassenverkehr be- oder verhindern
Ausnahmefahrzeuge wie landwirtschaftliche Erntemaschinen bekunden immer mehr Mühe mit der Passage durch künstlich verengte Fahrbahnen.
05.08.2023
Die Sektion Thurgau des SVLT (VTL \ Landtechnik) lud diese Woche zusammen mit der Sektion Ostschweiz des Nutzfahrzeugverbands Astag zu einer Medienorientierung ein, um am Beispiel einer kürzlich umgesetzten, strassenbaulichen Massnahme im thurgauischen Hauptwil (Fussgänger-Insel) aufzuzeigen, wie problematisch dies für grosse Nutzfahrzeuge und Erntemaschinen ist, wenn die notwendigen Dimensionen nicht eingehalten werden. Rolf Kuhn (Präsident VTL \ Landtechnik), Markus Koller (Geschäftsführer VTL \ Landtechnik), Adrian Schmalz (Vorstand Astag Ostschweiz) und Roman Engeler (Direktor SVLT) zeigten auf, welche Masse heutige Nutzfahrzeuge aufweisen dürfen (bis 3,50 m Breite, 18,75 m Länge und 4,00 m Höhe), und dass solche nur einwandfrei zirkulieren können, wenn das entsprechende Strassenprofil genügend Marge in vertikaler und horizontaler Richtung aufweist. Die von Tiefbauämtern oft zitierten Normen gäben zwar eine Richtlinie vor, hätten aber ganz klar keine Rechtsverbindlichkeit. Man stütze sich, so die Referenten, auf die Gesetzgebung und die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge ab. «Es darf aber nicht sein, dass man rechtmässige Verkehrsteilnehmer von der Strassenbenützung ausschliesst und gerade Erntemaschinen in der hektischen Erntezeit zu übermässig weiten Umwegen zwingt, was zusätzliche Emissionen verursacht und auch Mehrkosten für Lohnunternehmer oder Landwirte zur Folge hat.» Man sei nicht gegen die Verkehrssicherheit und den Schutz von Fussgängern. Aber anstelle von scharfkantigen Randabschlüssen und zu eng gehaltenen Fahrbahnen gebe es durchaus Alternativen. Man suche weiterhin das Gespräch mit den Behörden, sei aber schon frustriert, wenn man in solchen Sachen nicht angehört werde.
Um den Medienschaffenden die Problematik auch in Realität zu zeigen, passierten ein Forst-Forwarder von Bruno Krucker, ein Lastenzug von Daniel Haffa sowie ein Mähdrescher von Werner und Reto Schiess die entsprechende Passage. Sie konnten dabei die nun künstlich entstandenen Zirkulationsschwierigkeiten plastisch demonstrieren.


