Virtueller Zaun ohne Langzeitstress für Kühe

Agroscope hat erfolgreich einen virtuellen Zaun evaluiert, der das Weidegebiet ohne physische Barriere und ohne Stress für die Tiere abgrenzt. Dies geschieht mithilfe von GPS-Halsbändern, die akustische und elektrische Signale aussenden.

19.02.2024

Von 2021 bis 2023 testete Agroscope ein virtuelles Zaunsystem, das die Weiden ohne physische Barrieren abgrenzt. Jedes Tier wurde mit einem GPS-Halsband ausgestattet. Solche Geräte gibt es zwar bereits auf dem Markt, sie sind jedoch in der Schweiz aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf das Tierwohl nicht zugelassen. Bei der getesteten Lösung legt der Bediener eine virtuelle Weidegrenze auf einer Karte fest, die von seinem Smartphone angezeigt wird. Nähert sich das Tier der festgelegten Grenze, gibt das System zunächst ein akustisches Warnsignal ab. Überschreitet es die Grenze, erhält es einen leichten elektrischen Impuls, der fünfundzwanzig Mal schwächer ist als der eines herkömmlichen Elektrozauns.

Während der Lernphase stellte das Forschungsteam keine signifikanten Unterschiede bei den Stressindikatoren zwischen den Kühen, die durch einen herkömmlichen Zaun eingeengt waren, und denjenigen, die in einem virtuellen Zaun geparkt waren, fest. Die Kühe lernten im Durchschnitt nach acht elektrischen Impulsen, richtig auf den virtuellen Zaun zu reagieren. Neben der extrem einfachen Festlegung des Weidegebiets, insbesondere in steilen Gebieten, hat dieser virtuelle Zaun auch den Vorteil, dass Wildtiere sich ohne physische Barrieren in ihren Lebensräumen bewegen können. Der Betreiber kann auch risikoreiche, feuchte oder mit giftigen Pflanzen bewachsene Bereiche einfach ausschliessen. ms
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