Sprühapplikation von «Atmowell» auf Laufflächen

Der neuartige Urease-Hemmer «Atmowell» soll die Ammoniak-Emissionen in Rinderlaufställen um bis zu 58% reduzieren.

14.11.2024

Stickstoffwerke Piesteritz (SKW) hat eine Substanz entwickelt, welche die Emissionen von Ammoniak im einem Rinderstall um bis zu 58% reduzieren soll. Für diese Innovation gab es an der Eurotier eine silberne Auszeichnung.
Eine relevante Quelle für die Freisetzung von Ammoniak stellen naturgemäss Ställe das. Wesentlich ist dabei folgender biologischer Umsetzungsprozess: Der von den Tieren mit dem Urin ausgeschiedene Harnstoff wird durch das Enzym Urease auf dem Stallboden zu Ammoniak abgebaut. Hier setzt die innovative «Atmowell»-Technologie zur Ammoniakminderung an, die SKW Piesteritz in Kooperation mit Betebe und dem Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik (ILV) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel entwickelt hat. Sie umfasst neben der Produktformulierung eine Dosier-Misch-Befülleinheit mit dem «Smart-Scraper»-Reinigungsroboter von Betebe mit integrierter Sprühvorrichtung für eine sichere und gezielte Applikation.
«Atmowell» ist ein Urease-Inhibitor, der die für die Harnstoffaufspaltung relevanten Bindungsstellen des Urease-Enzyms blockiert. Der Abbau von Harnstoff und dessen Umwandlung zu Ammoniak werden so deutlich verzögert. Das Resultat ist eine signifikante Reduktion der Freisetzung von Ammoniak um bis zu 58%. «Atmowell» wird einmal pro Tag auf der Lauffläche verteilt. Mit Wasser verdünnt reichen 50 g pro Quadratmeter aus. Betebe, Spezialist für Stallautomatisierungen, hat dazu den «SmartScraper» entwickelt, ein schienengeführter Mistschieber mit einem Tank und Ansaugstutzen für die Substanz «Atmowell».