Nofence erhält neue finanzielle Mittel

Nofence, ein Entwickler und Anbieter virtueller Zäune, hat 30 Mio. Euro Investment-Kapital aufgetrieben, um Innovationen rund um die einfachere und effizientere Beweidung voranzutreiben.

17.09.2025

Virtuelle Weidezäune gelten als zukunftsweisende Lösung für ein flexibles, zeitsparendes und kosteneffizientes Weidemanagement. Statt physischer Barrieren definieren digitale Systeme die Weidegrenzen. 
Nofence wurde 2011 in Norwegen vom Ziegenzüchter Oscar Hovde gegründet und ist ein führender Anbieter im Bereich kommerzieller virtueller Zaunsysteme für Nutztiere. Das virtuelle Zaunsystem von Nofence kombiniert solarbetriebene, GPS-fähige Halsbänder, die über das Mobilfunknetz mit einer benutzerfreundlichen App verbunden sind. So können Landwirte virtuelle Weidegrenzen von ihrem Telefon aus erstellen und anpassen, was eine Echtzeitverfolgung und ein reaktionsschnelles Herdenmanagement ermöglicht. Nähert sich ein Tier der Grenze, gibt das Halsband Töne ab, deren Tonhöhe allmählich zunimmt und das Tier dazu veranlasst, die Richtung zu ändern. Läuft das Tier weiter, erhält es einen leichten elektrischen Impuls, der nur halb so intensiv ist wie bei herkömmlichen Elektrozäunen. Mit der Zeit werden die meisten Interaktionen allein durch Töne gelöst, was zu einem ruhigeren, vorhersehbareren Weideverhalten führt.
Nun hat Nofence 30 Mio. Euro im Rahmen einer Finanzierungsrunde erhalten, um Innovationen und eine einfachere, effizientere Beweidung weiter voranzutreiben. Diese Investition soll die Einführung digitaler Beweidungstools, die nachhaltige Landnutzung, Tierschutz und ländliche Resilienz in ganz Europa unterstützen, beschleunigen.
Auch in der Schweiz wird mit virtuellen Zaunsystemen geforscht. So hat Agroscope ein virtuelles Zaunsystem sowohl im Tal an laktierenden Milchkühen als auch im Berggebiet an Rindern getestet. Das Resultat sei positiv, heisst es: Die Kühe lernten nach durchschnittlich acht elektrischen Reizen korrekt an der virtuellen Grenze zu reagieren. Dies ist unter den jeweiligen Versuchsbedingungen mit früheren Studien vergleichbar. Die meisten Tonsignale und Stromimpulse traten in den ersten drei Tagen auf. Danach blieb die Anzahl der Stromimpulse gering und sank schliesslich auf null, auch wenn die Kühe in eine andere Koppel mit neuer Zaunlinie gewechselt wurden. eng