Mechanische Bekämpfung des Kartoffelkäfers

FiBL hat kürzlich zwei Maschinen vorgestellt, die Kartoffelkäfer in allen Entwicklungsstadien mechanisch bekämpfen können.

17.07.2024

Anlässlich des Bio-Ackerbautage 2024 von Ende Juni in Aubonne (VD) wurden zwei Frontgeräte zur mechanischen Bekämpfung von Kartoffelkäfern vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) vorgestellt. Diese Geräte sollten Alternativen zum biologischen Insektizid «Novodor 3FC» sein. Die Geräte sammeln die Insekten ein und schütten sie am Feldende in einen Behälter mit Seifenwasser. Die Maschinen arbeiten mit einer Fahrgeschwindigkeit von 3 bis 5 km/h. Sie können mit einer Hacke oder einem Häufler am Heck kombiniert werden. Der ideale Zeitpunkt für den Einsatz ist der Nachmittag während einer Hitzeperiode, wenn die Pflanzen etwas elastischer sind. Die empfohlene Interventionshäufigkeit beträgt je nach Schädlingsdruck 1 bis 3 Durchgänge. Diese mechanischen Lösungen haben jedoch den Nachteil, dass sie auch Nützlinge wie Marienkäfer einsammeln.

«Beetle Collector»
Der «Beetle Collector», der von der bayerischen Gallinger Maschinenbau GmbH gebaut wird, kommt zwei- oder vierreihig zum Einsatz. Für kleinere Flächen ist auch eine einreihige, handgeführte Variante erhältlich, bei der der Rotor von einer Akku-Bohrmaschine angetrieben wird.
Erste Ergebnisse zur Wirksamkeit dieses Geräts wurden kürzlich veröffentlicht. Im Vergleich zur Kontrollfläche wurde die Anzahl der Kartoffelkäfer (Larven und adulte Tiere) bei der Sorte «Venezia» fast verfünffacht. Bei der Sorte «Vitabella» mit aufrechtem Wuchs und kleinen Blättern ist die Wirksamkeit höher. Der Fangerfolg ist bei einer hohen Drehzahl (140 U/min) besser als bei einer niedrigen Drehzahl (100 U/min). Das Arbeitstempo liegt zwischen 3 und 4,5 km/h.

«Colorado Beeter Catcher»
Der «Colorado Beeter Catcher» weist ein ähnliches Design auf. Das Gerät wurde von niederländischen Ingenieuren der Firma FieldWorkers entwickelt. Das vorgestellte leichte Frontmodell «CBC 4T» mit vier Reihen wiegt 530 kg. Es besteht aus zwei Reihen von vier Hydraulikmotoren mit breiten, flexiblen Kunststoffblättern. Die vorderen Rotoren drehen sich in entgegengesetzter Richtung zu den hinteren Rotoren. Fünf spindelförmige Behälter fangen die Insekten auf. Der Bediener entleert die Behälter regelmässig, indem er das gesamte Gerät mithilfe einer hydraulischen Steuerung in die Vertikale schwenkt.