EFK kritisiert Zulassung von Pflanzenschutzmitteln
Die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK) stellt dem Schweizer Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel ein schlechtes Zeugnis aus. Die Verfahren seien zu kompliziert, dauerten zu lange und die erhobenen Gebühren deckten nur einen Bruchteil der Kosten.
13.10.2026
Gemäss dem am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Prüfbericht sind noch immer 50% aller zwischen 2018 und 2025 eingereichten Zulassungsgesuche hängig. Als Folge davon werden zunehmend Notfallzulassungen erteilt: 2024 standen 34 solchen Bewilligungen lediglich 18 reguläre Zulassungen gegenüber. Die EFK kritisiert insbesondere die komplizierten Zuständigkeiten von fünf Bundesstellen aus drei Departementen, fehlende verbindliche Bearbeitungsfristen sowie Mängel bei der Digitalisierung. Zudem decken die Zulassungsgebühren lediglich 15 Prozent der anfallenden Kosten.
Das zuständige Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) akzeptiert sämtliche Empfehlungen. Der Bundesrat hat bereits beschlossen, den Gesuchsstau bis 2032 abzubauen. Dafür sollen rund CHF 18 Mio. investiert, zusätzliche Personalressourcen geschaffen und die Verfahren vereinfacht werden. Ab 2028 sind höhere Zulassungsgebühren vorgesehen. Der Kostendeckungsgrad soll sich mittelfristig dem EU-Niveau von rund 50% annähern. Mit den Massnahmen soll insbesondere auch die Markteinführung moderner Pflanzenschutzmittel beschleunigt werden. eng

