Bucher Industries: Solide Finanzlage bei sinkendem Umsatz

Im ersten Halbjahr 2026 entwickelte sich der Konzernumsatz von Bucher Industries rückläufig, wobei es Unterschiede bei den einzelnen Divisionen gibt.

08.08.2026

Der Auftragseingang bei Bucher Industries sank gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 3,8 % auf CHF 1,241 Mrd., der Nettoumsatz um 4,3 % auf CHF 1,471 Mrd. Bereinigt um Währungseffekte fielen die Rückgänge mit 0,9 beziehungsweise 1,2 % deutlich geringer aus. Der Auftragsbestand lag Ende Juni bei CHF 867 Mio., 5,1 % weniger als ein Jahr zuvor. 
Stärker fiel der Rückgang beim Ergebnis aus: Der EBIT sank um 41 % auf CHF 105 Mio., die EBIT-Marge von 11,6 auf 7,1 %. Das Konzernergebnis verringerte sich um 38,5 % auf CHF 88 Mio., der Gewinn je Aktie von CHF 13.98 auf CHF 8.90. Der betriebliche Free Cashflow belief sich auf –CHF 74 Mio., nach +CHF 96 Mio. im Vorjahr. Mit einer Nettoliquidität von CHF 278 Mio. und einer Eigenkapitalquote von 66,1 % bezeichnet Bucher seine Finanzlage weiterhin als sehr solide. 
Die Landtechnikdivision mit Kuhn Group litt besonders unter der schwachen Investitionsbereitschaft im Ackerbau: Der Auftragseingang brach um 20,9 % auf CHF 329 Mio. ein, während der Umsatz mit CHF 612 Mio. nahezu stabil blieb; die EBIT-Marge sank von 9,9 auf 8,8%. Belastend wirkten tiefe Agrarpreise, höhere Betriebskosten und politische Unsicherheiten, während sich die Milch- und Viehwirtschaft sowie das Ersatzteilgeschäft robuster zeigten. 
Bei den Kommunalfahrzeugen stieg der Auftragseingang um 5,2 % auf CHF 283 Mio., getragen insbesondere von Kompaktkehrfahrzeugen, Winterdienstausrüstungen und Müllfahrzeugen; der Umsatz sank aufgrund des tieferen Anfangsbestands um 6 % auf CHF 272 Mio. Die geringere Kapazitätsauslastung und Zollkosten drückten die EBIT-Marge von 9,1 auf 7,2 %, während weiter in autonome Fahrzeuge und Fahrerassistenzsysteme investiert wurde. 
Bucher Hydraulics entwickelte sich am stärksten: Der Auftragseingang nahm um 4,8 % auf CHF 337 Mio., der Umsatz um 3,8 % auf CHF 331 Mio. zu. Dank höherer Auslastung stieg der EBIT um 15,9 % auf CHF 36 Mio. und die Marge von 9,7 auf 10,8 %; Wachstumstreiber waren unter anderem Lösungen für Baumaschinen und mobile elektrische Antriebstechnik. 
Der Auftragseingang nahm um 2,4 % auf CHF 171 Mio. zu, während der Umsatz um 3,2 % auf CHF 150 Mio. zurückging; positiv entwickelten sich Bucher Landtechnik und Bucher Automation, während insbesondere das Weingeschäft von Bucher Vaslin schwach blieb. Restrukturierungskosten von CHF 8 Mio. bei Bucher Vaslin belasteten das Ergebnis stark, sodass ein EBIT-Verlust von CHF 6 Mio. beziehungsweise eine Marge von –3,9 % resultierte. 

Ausblick 2026
Bucher Industries hat die Erwartungen für das Gesamtjahr zurückgenommen. Der Konzern rechnet nun auf vergleichbarer Basis mit einem leicht tieferen Umsatz; auch die Betriebsgewinnmarge soll unter dem bereinigten Vorjahresniveau liegen. Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt Bucher die politischen Unsicherheiten, welche insbesondere die erhoffte Nachfrageerholung im landwirtschaftlichen Bereich verzögern. eng