Appell an weniger Bürokratie
Eine ausgeglichene Jahresrechnung, die Ernennung von zwei Ehrenmitgliedern und ein Appell an die Behörden, die Agrar-Bürokratie nicht weiter aufzublähen, prägten die 101. Delegiertenversammlung von Landtechnik Schweiz.
06.04.2025
Zur 101. Delegiertenversammlung von Landtechnik Schweiz trafen sich knapp 70 Delegierte der 23 Sektionen und rund zwei Dutzend Gäste in Valbella. In seiner Eröffnungsrede erinnerte Verbandspräsident und Ständerat Werner Salzmann (Bild) an das Jubiläumsjahr 2024 mit den ver-schiedenen Aktivitäten, blickte aber auch vorwärts, in dem er die Auswirkungen der aktuellen weltpo-litischen Lage auf den Wirtschaftsstandort Schweiz analysierte. In landtechnischer Hinsicht erwähn-te er den Trend zu neuen Techniken wie Drohnen oder Roboter und stellte weiter fest, dass konventio-nelle Maschinen zusehends digital vernetzt arbeiteten und selbst die künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft Einzug gehalten habe. «Wir müssen dafür sorgen, dass diese Systeme für die Landwirt-schaft erschwinglich sind und in der Phase der Einführung notfalls auch finanziell gefördert werden», so der Ständerat. Letztlich, so Salzmann weiter, seien es gerade die neuen Techniken, die für die all-seits geforderte Nachhaltigkeit der landwirtschaftlichen Produktion einen wichtigen Beitrag leisten würden.
Verbandsdirektor Roman Engeler und die Präsidenten der drei Fachkommissionen legten Rechen-schaft über die Aktivitäten des vergangenen Jahres ab. Dabei wurde deutlich, dass die vielen Normen und Vorschriften, sei es an die Landmaschinen selbst, deren Einsatz auf öffentlichen Strassen oder generell der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, vielen Landwirten grosse Probleme bereiten würden. Im Strassenverkehr ist es beispielsweise das seit Jahren problemlose Anhängen von leichten Geräten an den Unterlenkern eines Traktors, das von der Polizei plötzlich geahndet wird. Beim Strassenbau sind es die Normen, bei denen zu wenig auf die gesetzlich erlaubten Dimensionen von Landmaschi-nen Rücksicht genommen wird. Und letztlich entwickelt sich rund um die Anwendung von Pflanzen-schutzmitteln mit «Digiflux» und der neu konzipierten Fachbewilligung ein wahres Bürokratie-Monster, ohne dass dies der Umwelt wirklich etwas nützt, ausser dass es für alle mehr administrativen Aufwand gibt.
Als Präsident der Finanzkommission konnte Stephan Plattner einen Rechnungsabschluss 2024 prä-sentieren, der mit einer schwarzen Null endete. Sorgen bereiten die parallel zum Strukturwandel in der Landwirtschaft verlaufenden Mitgliederzahlen. Diesbezüglich wird der Verband in den kommen-den Jahren gefordert sein, die Aktivitäten wie die Herausgabe einer informativen Fachzeitschrift, das Angebot von Kursen und Dienstleistungen, aber auch die Lobbyarbeit im Hintergrund bei Behörden in ein noch besseres Licht zu rücken. Das Budget für das laufende Jahr rechnet deshalb mit einer leicht roten Null.
Alle Geschäfte wurden von den Delegierten im Sinne der Anträge des Vorstandes genehmigt.
Philippe Chevillat, während mehr als 20 Jahren Geschäftsführer der Sektion Jura/Berner Jura, und Beat Betschart, 14 Jahre als Geschäftsführer der Sektion Zug tätig, wurden für Ihre Verdienste zu Eh-renmitgliedern ernannt.
Die nächste Delegiertenversammlung wird dann Mitte April 2026 in Zug stattfinden.


