Angst gewinnt einen gesamten Medaillensatz

An den Pflüger-Weltmeisterschaften im lettischen Kuldiga wurde der Rafzerfelder Marco Angst im Grasland Weltmeister und belegte nach dem dritten Platz im Stoppelfeld den zweiten Gesamtrang.

16.10.2023

Die weltweit besten 46 Pflüger aus 24 Nationen trafen sich über das vergangene Wochenende in Lettland, um in Kuldiga die Weltmeisterschaften im Stoppelfeld und Grünland auszutragen. Dabei wird der Wettkampf entweder mit den Beetpflügen oder wie die bei uns eingesetzten Drehpflügen durchgeführt.  Deren 24 setzten dabei auf dem Beetpflug und weitere 22 bestritten den Wettkampf mit dem Drehpflug. Aus der Schweiz hatten sich an den letztjährigen Schweizermeisterschaften in Otelfingen die beiden ersten mit Marco Angst aus Wil (ZH)  und Beat Sprenger aus Wintersingen (BL) mit den Drehpflügen für Kuldiga qualifiziert. Sie reisten dabei mit ihren Traktoren und Hightech-Pflügen noch etwas früher als zum ordentlichen Training bereits anfangs Oktober an. Dabei setzt Angst auf die Marke «Deutz-Fahr» und Sprenger auf «Same», wobei beide mit einem Pflug von Kverneland pflügen. So konnten sie vorgängig diese zusätzliche Zeit noch für erste Trainings nutzen. «Die angetroffenen Witterungsverhältnisse waren durchaus anspruchsvoll, da es während dem Training mehr Regen als Sonnenschein gab», sagte Käthy Angst, die im nationalen Dachverband der Pflüger das Sekretariat und Aktuariat betreut.
Am vergangenen Freitag starteten die Weltmeisterschaften bei sehr kühlen Temperaturen knapp über Null und viel Sonnenschein mit dem Wettkampf auf dem Stoppelfeld. Käthy Angst spricht dabei von gut zugelosten Parzellen für die beiden Schweizer. Doch für das Grünland am Samstag machte das Wetter nicht mehr mit. „Als die Startlampe für die Pflüger auf grün schaltete, waren Wind und Regen von einer Intensität, wo sich lieber jeder  im Haus verkrochen hätte, als auf dem Feld zu Pflügen“, resümierte Käthy Angst. Entsprechend sprach sie auch von einem speziellen Härtetest für die Pflüger. Dies hat auch dazu geführt, dass die Jury die Zeitlimite um 20 Minuten verlängerte, so dass der Wettkampfabschluss noch bei trockenem Wetter vollzogen werden konnte.
Am ersten Wettkampftag kam der Ire John Whelan mit dem Stoppelfeld am besten zurecht und siegte mit 209,5 Punkten überlegen vor dem Österreicher Andreas Haberler mit 199 Punkten. Marco Angst zeigte ebenfalls starke Nerven und beendete den Wettkampf mit 191,5 Punkten als Dritter, was die Bronzemedaille bedeutete. Beat Sprenger landete mit seinen 156,5 Punkten auf dem 14. Rang.  Am zweiten Wettkampftag kam Marco Angst mit den witterungsmässig sehr schwierigen Bedingungen am besten zurecht und seine 210,5 Punkten bedeuteten den ersten Rang, wobei er den Gesamtweltmeister John Whelan um 3 Punkte auf den zweiten  und den Slowenen Igor Pate mit 182,5 Punkten auf den dritten Rang verwies. Sprenger bekundete mit den sehr schwierigen Verhältnissen deutlich mehr Mühe und landete mit 121,5 Punkten auf dem 18. Rang.
«Beim Boden handelte es sich um einen leichten, sandigen Moorboden, was es für die Pflüger ordentlich schwierig machte. Jeder kleine Fehler wurde sichtbarer als in schwereren Böden», so Käthy Angst
Die aus beiden Wettkämpfen gebildete Gesamtrangliste wird überlegen vom Titelverteidiger John Whelan mit 417,0 Punkten vor Marco Angst mit 402,0 Punkten angeführt. Igor Pate wurde mit 373,5 Punkten dritter. Der zweite Schweizer Beat Sprenger schloss seine beiden Wettkämpfe mit den 17. Gesamtrang ab.  Mit seinen weiteren drei in Lettland gewonnen Medaillen gehört nun Marco Angst zu besten Pflügern der Schweiz. 2019 wurde er in den USA nach zwei zweiten Plätzen im Stoppelfeld und Grasland Gesamtweltmeister. 2018 beendete er bereits im Deutschen Hofgut Einsiedel nach einem zweiten Rang im Stoppelfeld bereits die Weltmeisterschaften als Gesamtdritter. Seinen ersten Wettkampf bestritt der 32 jährige als Mitglied der Pflügervereinigung Rafzerfeld 2006. Zugleich konnte er sich nebst weiteren zweiten und dritten Rängen schon fünfmal als Schweizermeister feiern lassen.
RoMü