Irrtümer rund um Holzenergie
Es bestehen immer wieder Irrtümer rund um die Verwendung von Holz als Brennstoff. Das Technologie- und Förderzentrum für nachwachsende Rohstoffe (TFZ) im bayrischen Straubing räumt damit auf.
13.12.2022
Verursacht Holzenergie mehr CO2-Emissionen als fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl? Ist Holzverbrennung gesundheitsschädlich? Werden die Wälder verheizt? Fragen wie diese werden derzeit kontrovers diskutiert. «Manche Kritikpunkte haben durchaus eine Grundlage, aber wir stellen immer wieder fest, dass damit viele Irrtümer verbunden sind», sagt Hans Hartmann, Abteilungsleiter Biogene Festbrennstoffe am Technologie- und Förderzentrum für nachwachsende Rohstoffe (TFZ). Beispielhaft ist die Diskussion um klimaschädliche Emissionen. Zwar hätten umfangreiche Messungen am eigenen Prüfstand gezeigt, dass Abgase wie Methan oder Lachgas bei der Verbrennung von Holzbrennstoffen entstehen können. Nach Berechnungen des Umweltbundesamts liegen die klimawirksamen Emissionen aber deutlich unter denen von Heizöl, Erdgas oder auch von Wärmepumpen, die mit dem aktuellen deutschen Strommix betrieben werden – inklusive der Energie, die beispielsweise für die Pelletierung oder den Transport benötigt wird. Die Holzenergie ist damit deutlich klimaschonender als behauptet wird.
Auch der Kohlenstoffkreislauf muss laut TFZ in der Debatte um die CO2-Emissionen berücksichtigt werden. Bei der Holzenergie ist der Kohlenstoffkreislauf in der Balance: Durch die Photosynthese der Bäume wird der Atmosphäre Kohlenstoff entzogen, die Holzverbrennung setzt ihn wieder frei. Fossile Energieträger wie Erdgas hingegen bringen Kohlenstoff in die Atmosphäre, der aus Millionen Jahren alten Lagerstätten stammt. Dieser Kohlenstoff gelangt zusätzlich in die Atmosphäre und stört das Gleichgewicht, das bei der Holzverbrennung gegeben ist. Voraussetzung für dieses Gleichgewicht ist eine nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Entstehen bei der Holzverbrennung gesundheitsschädliche Emissionen? Die Feinstaubemissionen von Holzheizungen sind vom Umfang her mit den Emissionen aus dem Verkehrssektor vergleichbar. «Hier sehen wir als TFZ Handlungsbedarf, sprechen uns aber auch für Differenzierung aus», so Hartmann. Die Differenzierung müsse nach Anlagentyp und Leistungsklasse erfolgen. Moderne Holzzentralheizungen wie beispielsweise die besten Pelletkessel emittieren teilweise bereits so geringe Mengen an Staub, dass ihn Schornsteinfeger kaum noch messen können. Neben technischen Neuerungen tragen gesetzliche Regelungen sowie internationale Normungsarbeiten zur Schadstoffminderung mit dazu bei, dass Feinstaubemissionen abnehmen. Messungen des Umweltbundesamts belegen, dass die Feinstaubemissionen – auch aus Holzfeuerungen – kontinuierlich abnehmen und die Luftqualität seit vielen Jahren besser wird. Verbesserungspotenzial sehen die Wissenschaftler bei Kleinöfen. Wie sich anhand von Untersuchungen des TFZ zeigte, können sich durch falsche Bedienung die Staubemissionen um ein Vielfaches erhöhen. Quelle: TFZ


